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Buchbesprechung – Augmentative Verfahren in der Implantologie

Vor mir liegt eines der Bücher, die meinen therapeutischen Ansatz gänzlich geändert haben. Ich wurde im Bereich Implantologie vor allem mit bovinem Knochenersatzmaterial und porcinen Membranen aufgezogen, aber in den letzten Jahren musste ich immer wieder Implantate an Stellen setzen, an denen mit bovinem Knochenersatzmaterial Socket preservations durchgeführt worden waren. Immer wieder hatte ich den Eindruck, dass das, was sich dort in der Alveole befindet, kein „guter Knochen“ ist. Natürlich haben schöne und tolle Ergebnisse bei Kongressen präsentiert von bekannten und renommierten Kollegen immer wieder meine Bedenken zerstreut, aber es ließ mir keine Ruhe. Ich habe für mich online recherchiert, welche Möglichkeiten des Knochenaufbaus es gibt und welche Ergebnisse echtem Knochen am nächsten kommen. Nach einiger Suche stiess ich auf das Buch „Augmentative Verfahren in der Implantologie“ von Fouad Khoury.

Das Buch hat mich von Anfang an begeistert und die Fälle im Buch sind sehr gut dokumentiert. Das Buch war für mich die Basis mein augmentatives Konzept zu überdenken und gipfelte darin, dass ich zwei Kurse bei Prof. Dr. Khoury im beschaulichen Sauerlanddorf Olsberg besuchte. Es war für mich ein Eye-Opener.

Das Buch „Augmentative Verfahren in der Implantologie“ ist auch alleine ein tolles Buch, aber in Kombination mit den Kursen in Olsberg ist das Buch genial.

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Das Buch gliedert sich in insgesamt 9 Kapitel, die teilweise unter der Mitarbeit von Dr. Thomas Hanser, Dr. Charles Khoury, Dr. Jörg Neugebauer, Dr. Tobias Teepelle, Dr. Jochen Tunkel und Prof. Dr. Dr. Joachim Zöller entstand.

Die ersten beiden Kapitel („Biologie und Physiologie des Implantatlagers unter Berücksichtigung von Transplantationsverfahren“ und „Der Einfluss der Implantatoberfläche auf die Erfolgsrate von Implantaten im aufmontierten Knochen“) sind als Basis für jeden implantologischen Zahnarzt interessant, aber liefern nicht direkte klinische Tricks und Konzepte.

Im Abschnitt „Planung und Diagnostik“ bekommt man natürlich altbekannte Techniken präsentiert, aber auch auf neuere Techniken wie DVT und Navigation wird oberflächlich eingegangen. Das ist nicht schlimme, denn gerade in diesem Bereich kann ein Buch mit der momentanen Entwicklung nicht Schritt halten, aber in diesem Buch geht es ja auch um Augmentation und nicht um Navigation.

In Kapitel 4 „Weichgewebsmanagement während Augmentation, Implantation und Freilegung“ wird es richtig spannend und man kann die erläuterten Techniken anhand der gut dokumentierten Fälle sehr gut mitverfolgen. Kompliziertere Techniken, wie die Kazanjian-Vestibulumplastik werden durch schematische Zeichnungen genauestens erklärt. Es wird einem selbst als erfahrenem Implantologen nochmal vor Augen geführt, dass das Handling der Weichgewebe ein entscheidender Teil für den Langzeiterfolge der Implantate ist. Das Bohren von Löchern in den Knochen und das Füllen mit Implantaten wird fast zur Nebensächlichkeit. Es wird einem klar, dass Knochenaufbau, Weichgewebsmanagement, Nahtverschluss etc. den Erfolg der Implantation massgeblich mit beeinflussen.

Kapitel 5 widmet sich dann den verschiedenen Knochentransplantaten aus der Mandibula. Dieses Kapitel ist mit mehr als 170 Seiten alleine schon den Kauf dieses Buches wert und extrem gut bebildert.

Danach folgen mit Kapitel 6 (extraorale Knochenentnahme) und Kapitel 7 (Distraktionsosteogenese) für die meisten Zahnärzte eher uninteressant. Es schadet aber sicher nicht, sich mit diesen Themen rudimentär auszukennen.

Der 8. Abschnitt über „Komplexe implantatprothetische Rehabilitationen unter dem Aspekt der provisorischen und definitiven Versorgung“ zeigt verschiedene definitive Versorgungsarten. Des Weiteren erkennt man, wie wichtige die provisorische Versorgung für den Erfolg einer implantologischen Behandlung ist. Gerade die Nutzung von provisorischen Implantaten, um eine festsitzende provisorische Versorgung zu gewährleisten ist so wichtig und wird von vielen Implantologen kaum genutzt. Statt einer stabilen Versorgung auf Interimsimplantaten werden schlecht sitzende Prothesen weichbleibend unterfüttert. Das kann funktionieren, aber es ist sicherlich nicht sinnvoll, dass ein Stück Kunststoff auf den Implantaten oder auf dem Augmentat rumrutscht. Wenn man bedenkt, wie gravierend Druckstellen manchmal aussehen, kann man sich vorstellen, dass darunter liegender Knochenaufbau stark leidet. Davon abgesehen, empfinden die Patienten einen herausnehmbaren Zahnersatz meist als belastend.

 

 

Kapitel 9 „Komplikationen und Risiken bei augmentativen Maßnahmen“ ist am Ende des Buches mit nochmal ca. 80 Seiten nochmal ein guter Abschluss. Es zeigt nochmal genau auf, welche Aspekte Komplikationen auslösen können und wie man diese direkt umgeht. Des Weiteren werden unzählige Fälle mit Komplikationen und deren „Lösung“ dargestellt. Das gibt einem zu einen das Vertrauen, dass man Komplikationen so lösen kann, dass es immer noch ein gutes Ergebnis gibt, zum anderen erkennt man, dass jeder Operateur Fälle hat, die unglücklich verlaufen.

Fazit:
Das gesamte Buch, speziell die Kapitel 4 bis 9 bieten ein perfektes Rezept, um Patienten mit zu wenig Knochen vorhersagbar zu augmentieren und zu implantieren. Ein fantastisches Kochbuch für Implantologen.

Hinweis:
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Gesetz des Dschungel Nr. 96 – Der Patient steht im Mittelpunkt

Auf jeder Zahnarzt-Website steht geschrieben, dass in dieser Praxis der Patient im Mittelpunkt steht. Aber steht der Patient dort wirklich?

Viele Praxen sehen toll aus. Schöne Ledersessel im Wartezimmer, stylisches Logo an der Wand, eine freundliche Mitarbeiterin sitzt an der Rezeption, der Zahnarzt begrüßt den Patienten im großzügigen Besprechungszimmer mit 55“-TV an der Wand. Kennst Du solche Praxen?

Alles toll und beeindruckend. Alles wichtig. Das Auge isst ja mit. Aber das ist alles nix wert, wenn Du Dich als Zahnarzt nicht auf das wichtigste Ziel Deiner Tätigkeit konzentrierst: Das Wohl des Patienten!

Das bedeutet nicht, dass man tut, was der Patient wünscht. Patienten können keine zahnärztlichen Entscheidungen treffen. Patienten benötigen den Zahnarzt als Fachmann, der zum Wohle des Patienten berät. Es ist Deine Aufgabe als Zahnarzt dem Patienten die bestmögliche Behandlung im Rahmen seiner Möglichkeiten anzubieten. Es ist Deine Aufgabe als Zahnarzt eine Behandlung abzulehnen, wenn Du nicht vollkommen dahinterstehst. Es ist Deine Aufgabe als Zahnarzt das Wohl des Patienten zu wahren.

Das bedeutet nicht, dass Du eine Behandlung verschenken sollst oder eine Behandlung durchführen sollst, die für Deine Praxis unwirtschaftlich ist. Es bedeutet aber auch, dass Du dem Patienten keine Behandlungen aufschwatzt, deren einzige Funktion Umsatzsteigerung ist. Jeder Patient hat gelernt die Euro-Zeichen in den Augen eines Verkäufers zu erkennen und wenn er diese sieht, dann ist er ganz schnell raus.

Erfolgreiche Zahnärzte suchen nicht das schnelle Geld, sondern die langfristige Patientenbindung. Trotzdem muss der seriöse und patienten-orientierte Zahnarzt den Abschluss suchen. Verzögerung und Streckung von Behandlungen über einen langen Zeitraum bedeuten im schlimmsten Fall auch eine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes.

Top-Zahnärzte stellen den Patienten und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt – ziehen zum Tore, wenn es zum Wohle des Patienten ist, aber halten auch mal den Ball flach.

Also wie Lothar Matthäus – nur ohne Frauengeschichten.

If I had a hammer – die Liste, die Werkzeuge, die in keiner Zahnarztpraxis fehlen dürfen

In jeder Praxis geht regelmäßig etwas kaputt und muss repariert werden.

Es ist also besonders wichtig, dass man nicht für jede kleine Reparatur direkt einen Handwerker beauftragen muss. Es ist besonders schwierig einen Handwerker für Kleinstaufträge zu bekommen und die Kosten stehen meist nicht im Verhältnis zum Aufwand.

Mir als Praxisinhaber ist es wichtig, dass das Werkzeug in der Praxis ist, weil ich nicht erst im heimischen Keller nach Werkzeug suchen möchten, um dieses dann in die Praxis zu schleppen. Erstens ist dies immer mit erhöhtem Aufwand auf meiner Seite verbunden, zum anderen verzögert sich eine vermeintlich einfache Sache wieder um mindestens einen Tag.

Folgende Werkzeuge sollten Sie immer in der Praxis haben:

Hammer

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Banal, aber ein Hammer kann immer gebraucht werden und sei es um den Azubi zu jagen.

 

Stahlnägel

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Stahlnägel sind sehr gut, um Bilder aufzuhängen. Sie funktionieren in Holz und Rigps, aber halt auch in Steinwänden. Ein Verbiegen ist sehr selten und man kann die Nägel sehr gut belasten.

Kabelbinder

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Das sind natürlich Klassiker der modernen Handwerkskunst. Interessant sind besonders die Kabelbinder, die nicht nur aus Kunststoff bestehen, sondern auch eine metallischen Kern besitzen. Diese Kabelbinder lassen sich natürlich schwieriger zerschneiden. Sind dementsprechend aber stabil und robust.

Zollstock

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Logischer ist ein Zollstock immer wichtig. Die meisten Zollstöcke gibt es in einer Länge bis 2 m. Dieser Zollstock ist allerdings 3 m lang, was oft das erneute Anlegen erspart.

 

Bit-Set

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Ein umfangreicher Bit-Satz erspart einem viele verschiedene Schraubendreher. Mittlerweile gibt es ja mehr Schraubenkopf-Varianten als man sich vorstellen kann. Alles in einem Kasten ist übersichtlich und bemerkt sofort ein fehlendes Bit.

Inbus-Schlüsselset

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Wenn man nicht gerade bei Ikea bestellt und einen Inbus-Schlüssel mitgeliefert bekommt, hat man in diesem Set alles, was man braucht. Besonders die „kugelförmige“ Seite ist genial, weil diese ermöglicht die Schraube mit einer kleinen Winkelung zu schrauben, ähnlich wie bei den neuen Abutments von NobelBiocare oder CaraI-Bridge von HeraeusKulzer.

 

Kombizange

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Kombizangen sind Allzweck-Zangen, die auch Drähte durchkneifen können.

Rohrzange

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Rohrzangen sind sehr wichtig, denn in einer Zahnarztpraxis gibt es sehr viele Wasserleitungen und wenn dann man ein Leck besteht, muss man nicht direkt das Hauptwasser abdrehen und die ganze Praxis lahm legen, sondern kann auch gezielt nur eine Leitung stilllegen.

Schraubendreher

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Cutter-Messer

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Ein gutes Cutter-Messer (Teppichmesser) ist schon zum Kartons klein schneiden notwendig. Die Cutter aus Kunststoff gehen ständig kaputt, deshalb zwingend ein Cutter aus Metall kaufen. Damit das teuerer Messer nicht wegkommt, ist es bei uns an der Papiertonner festgebunden.

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Ich weise aber ausdrücklich darauf hin, dass ich nichts empfehle, was ich nicht selbst gut finde. Des Weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass ich keine Gewähr für die Information in den Artikel übernehmen. Bitte im Zweifel nochmals selbst recherchieren und einen betreffenden Berater (Rechtsanwalt, Steuerberater, Arzt, etc.) konsultieren.

Lage, Lage, Lage…

Man hört häufig, dass die Lage einer Praxis den Erfolg der Praxis sehr stark beeinflusst. Wie entscheiden sich aber viele für ihren Arbeitsort? Häufig handeln wir aus einem Bauchgefühl heraus und wünschen uns einen Standort, der in der Nähe von Freunden und Familie liegt.

In der Regel studiert man Zahnmedizin in einer mittelgroßen bis großen Stadt. Meistens wohnt man ja auch einigermaßen in Uninähe und möchte nicht direkt nach dem Studium raus in eine 500 Seelen-Dorf ziehen. Also bleiben viele Zahnärzte direkt nach dem Studium in der Nähe ihrer Uni und suchen sich ja dort auch erstmal „nur“ eine Stelle als Assistenzzahnarzt. Also noch keine Verbindung für die Ewigkeit. Manche ziehen zwar auch direkt weg, aber meistens wird es wieder eine größere Stadt. Ganz beliebt sind sicher München, Hamburg, Berlin und Köln. Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen.

Das alleine führt bereits zu einer Zahnarztschwemme in Großstadtgebieten. Für Köln kann ich nur sagen, dass man mehr Stellengesuche von Zahnärzten online finden kann als von Zahnarzthelferinnen.

Ich habe mich damals selbst in Köln mittels einer Neugründung selbstständig gemacht und ich kann nur sagen, dass es einfachere Möglichkeiten gegeben hätte, um eine erfolgreiche Praxis zu haben. Man muss dazusagen, dass unsere Praxis in einem tollen Stadtviertel liegt, dass in dieser Zeit eine tolle Entwicklung durchgemacht hat. Es war bei Praxisgründung 2009 schon klar, dass einige große Firmen (RTL, Versicherungen, Wirtschaftskanzlei, Chemiekonzern etc.) in die Nähe der Praxis ziehen werden. Also war es klar, dass darüber viele neue Patienten in direkte Umgebung der Praxis kommen. Das hätte direkt in der Innenstadt deutlich anders ausgesehen.

Wie kann man also herausfinden, wo man seine Praxis gründen möchte.

Neben der Entscheidung, ob Neugründung oder Übernahme sollte man überlegen welche Region, welches Viertel eine gute Entwicklung haben wird.

Auf der Website des Statistischen Bundesamtes www.destatis.de kann man verschiedene Statistiken ansehen. Angefangen bei Bevölkerungsdichte, Arbeitslosenquote und Einkommensstrukturen.

Viele dieser Informationen kann man auch immer wieder Artikeln der Lokalzeitungen entnehmen. Es lohnt sich also zu googlen.

Des Weiteren bieten die Zahnärztekammern als Service eine detailierte Auflistung der vorhandenen Zahnärzte in einem bestimmten Gebiet an – inklusive Alterstruktur der Zahnärzte, Einwohner des Gebiets und auch Anzahl der angestellten Zahnärzte.

Wenn man sich ein Gebiet ausgesucht hat, kann man natürlich Google sehr gut nutzen, um seine zukünftigen Nachbarzahnärzte herauszusuchen. Man muss ein bisschen aufpassen, weil unter Google häufig auch Praxen gelistet sind, die nicht mehr existieren. Man kann, wenn man diese Nachbarn in eine schöne Excel-Tabelle einträgt, diese Einträge sehr einfach in eine Google Map übertragen. Unter http://de.batchgeo.com trägt man den Inhalt der Excel-Dateien einfach per copy and paste ein und das „Programm“ erzeugt automatisch eine Landkarte der entsprechenden Region mit den passenden Google-Fähnchen. Das gibt zumindest einen netten und schnellen Überblick, wo sich die Zahnärzte ballen.

Mach Dir also ein paar Gedanken, ob Du unbedingt Deine Praxis auf der Düsseldorfer Kö eröffnen musst. Vielleicht ist eine nette Landpraxis viel lukrativer?

Dentalaffen bohren nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land.

Wenn nun nach und nach die oberen Blister aus dem Lager herausgenommen werden, dann kommt der Moment, in dem die Karte oben liegt. Spätestens wenn man den 5. Blister nehmen möchte, muss man die Karte in die Hand nehmen. Diese wird dann in einen “Briefkasten” geworfen.

„Chef, wir haben gar kein Bonding mehr!“ – Die Geheimnisse der Lagerhaltung

Lagerhaltung ist ein sehr wichtiges Thema in der Zahnarztpraxis, das auch immer wieder die Gemüter erhitzt.

Nichts ist schlimmer als der Moment, in dem ein Material nicht mehr vorrätig ist. Aber genau in diesem Moment wird es benötigt. Wer behauptet, dass dies noch nie passiert ist, schwindelt.

Aber auch große Lagerbestände zu bevorraten, um diesem Super-GAU zu entgehen, ist nicht ideal und man bindet sehr viel Kapital. Des Weiteren benötigt man deutlich mehr Stauraum und verliert die Übersicht. Immerhin hat eine Praxis schnell mal mehr als 350 verschiedene Artikel. Wenn man implantologisch tätig ist oder ein Praxislabor hat, erhöht sich die Anzahl der Artikel drastisch. Viele Materialien haben ein Verfallsdatum oder sind nur bis zu einem gewissen Termin steril. Und nichts ist teurer als Material, das weggeworfen wird.

Man sollte also schon bei der Praxisplanung ein Warenlager einplanen. Lieber ein bisschen großzügiger, denn man wird erstaunt sein, wie viel Material eine Zahnarztpraxis benötigt. Des Weiteren gibt es Räume, in denen eine Lagerung nicht ohne weiteres möglich ist. Im Steri, als der Raum, in dem die Aufbereitung der Instrumente stattfindet, ist eine Lagerung nicht unbedingt zu empfehlen, da es dort zu einer Kontamination kommen könnte. Selbst auf der “reinen” Arbeitsseite ist eine Lagerung suboptimal.

Idealerweise befindet sich das Lager innerhalb der Praxisräume und ist von den Behandlungszimmern aus gut zu erreichen. Sollte dies auf Grund der räumlichen Gegebenheiten nicht möglich sein, so ist die Einrichtung eines Zwischenlagers innerhalb der Praxis zu erwägen – also ein Lager, das eine stark reduzierte Artikelmenge beheimatet und regelmäßig aus dem externen Zentrallager befüllt wird. Dies ist allerdings arbeitsintensiver und kann zu Materialengpässen führen.

In unserer Praxis gibt es z.Zt. 4 große Schränke im Zentrallager. Alle Schränke sind im Bedarfsfall abschließbar. Des Weiteren haben wir in unserem Praxislabor zwei sehr kleine Schränke, die immer abgeschlossen sind. In dieser “eisernen Reserve” werden Materialien aufbewahrt, deren Fehlen dazu führen würde, dass ein Patient abbestellt werden müsste.

Die Organisation des Lagers ist wichtig. Ein Material muss intuitiv und schnell aufzufinden sein, ohne dass eine Liste oder gar eine Datei durchforstet werden muss. Das bedeutet:

  • Jedes Material hat einen festen Platz!
  • Großzügige Schränke mit Übersicht sind besser als kleine, vollgestopfte Schränke.
  • Material, das häufig benötigt wird, muss auch für die kleineren Mitarbeiter ohne Tritt oder Leiter erreichbar sein.
  • Es muss kinderleicht und schnell funktionieren, ein Material auf die “Bestellliste” zu setzen.

In großen Warenlagern wird häufig eine dynamische Lagerplatzzuordnung genutzt. Ein Artikel wird also dort gelagert, wo ein perfekter Freiraum existiert. So wird der Platz optimal genutzt. Es muss allerdings sowohl beim Ablegen des Artikels, als auch bei der Entnahme in einer EDV dokumentiert werden. Dies ist in einer Zahnarztpraxis zu kompliziert und zu zeitaufwendig.

Bei der festen Lagerplatzzuordnung wird jedem Artikel ein fester Lagerplatz zugeordnet. Dieser Lagerplatz ist nur für diesen Artikel reserviert. Man benötigt mehr Platz, aber jedes Teammitglied weiß dann ganz genau, wo welche Materialien aufbewahrt werden. Hier hat sich eine thematische Ordnung als ideal erwiesen.

Alphabetische Ordnungssysteme scheitern bereits daran, dass manche Artikel mehrere Bezeichnungen besitzen: z.B. Myrthenblatt-Sonde, Kieferhöhlensonde, Knopfsonde. Oder man sucht nach Tetric Ceram, aber es wurde unter K wie Komposit abgelegt.

Eine Sortierung innerhalb des Lagers nach Themengebieten scheint die optimalste und einfachste Methode. Prophylaxe, Endo, Füllung, Prothetik, Chirurgie könnten zum Beispiel Themengebiete darstellen, auch wenn es Artikel gibt, die auch mal in zwei Themengebieten genutzt werden.

Ein weiteres Konzept, das “Ladenhüter” vermeiden soll, wird “First in – first out” genannt. D.h. neue Lieferungen werden hinter die bereits gelagerten Artikel gestellt, während man immer von vorne wegnimmt. Im Bereich von Medikamenten und Sterilgütern wird häufig ein Konzept von “First expired – first out” (zuerst abgelaufen – zuerst raus) verfolgt. Diese beiden Konzepte sind in der Regel deckungsgleich. Wenn man mit einem “Reserveschrank” arbeitet, sollten die Materialien in der Reserve regelmäßig ausgetauscht werden.

Wir haben in der Praxis eine Datei angelegt, die alle Materialien enthält, die wir nutzen.

Excel-Liste Materialien

Excel-Liste Materialien

Neben einer sehr ausführlichen Artikelbezeichnung, enthält die Datei Hersteller, Lieferant, Artikelnr. beim Lieferanten, Mindestvorrat und Bestellmenge.

Eine ausführliche Artikelbezeichnung ist deshalb sinnvoll, weil jeder bei ein und demselben Artikel nach einem anderen “Namen” sucht. Innerhalb von Excel kann man mit Hilfe der Tastenkombination Strg+F ein Suchfeld öffnen. Gibt man hier einen Begriff ein und startet den Suchvorgang, so ist es egal wo im Feld der Suchbegriff steht, er wird gefunden und Excel springt automatisch dort hin.

Auf Basis dieser Liste haben wir mit einem Dymo Drucker Etiketten gedruckt und auf Kunststoffkarten geklebt.

Die Kunststoffkarte wird beim Auffüllen des Lagerschranks zwischen den Artikeln platziert. Wenn man die Lagerfläche für Alginat bestückt und Alginat kommt immer im Karton mit 12 1 kg-Packungen, dann wird als Bestellmenge auf der Karte und in der Datei eine „1“ vermerkt sein.
Als Mindestvorrat haben wir drei 1 kg-Packungen definiert. Nun werden alle 12 Packungen der Lieferung in den Lagerschrank geräumt und die Bestellkarte wird zwischen den letzten drei 1 kg-Packungen und der viertletzten Packung platziert. Im Laufe der Zeit werden die Packungen aufgebraucht und nun entnimmt eine Mitarbeiterin die viertletzte Packung und die Karte kommt zum Vorschein. Noch wird nichts gemacht. Nun wird aber wieder eine Packung benötigt und man muss die Karte in die Hand nehmen, um die drittletzte Packung zu entnehmen. Dies ist der Moment, in dem die Karte in unseren Materialbriefkasten geworfen wird. Dort bleibt die Karte bis zum nächsten Bestelltermin und es wird dann ein 12er Karton bestellt.

Geht das Material zwischen Abwurf der Karte und Eintreffen der neuen Bestellung aus, so muss die Bestellmenge erhöht und/oder der Mindestvorrat erhöht werden. Sollte bei Ankunft der neuen Bestellung immer noch das Fach gut gefüllt sein, kann man auch über eine Erniedrigung der Bestellmenge oder des Mindestvorrats nachdenken. Dabei sollte man aber sehr vorsichtig vorgehen.

Die Bestellkarte enthält die Angaben aus der Datei und wird im Lager einsortiert. Angenommen man hat eine Lagerstätte für Anästhesieblister und die Bestellmenge ist “1” (Eine Packung beinhaltet 5 Blister, dann kommt die Karte vor den 5 Blister in den Stapel.

Die Bestellkarte enthält die Angaben aus der Datei und wird im Lager einsortiert. Angenommen man hat eine Lagerstätte für Anästhesieblister und die Bestellmenge ist “1” (Eine Packung beinhaltet 5 Blister, dann kommt die Karte vor den 5 Blister in den Stapel.

Wenn nun nach und nach die oberen Blister aus dem Lager herausgenommen werden, dann kommt der Moment, in dem die Karte oben liegt. Spätestens wenn man den 5. Blister nehmen möchte, muss man die Karte in die Hand nehmen. Diese wird dann in einen “Briefkasten” geworfen.

Wenn nun nach und nach die oberen Blister aus dem Lager herausgenommen werden, dann kommt der Moment, in dem die Karte oben liegt. Spätestens wenn man den 5. Blister nehmen möchte, muss man die Karte in die Hand nehmen. Diese wird dann in einen “Briefkasten” geworfen.

Zwei Mal im Monat nimmt die verantwortliche Mitarbeiterin die Karten aus dem “Briefkasten”, setzt sich an einen PC und bestellt die Artikel per Online-Shop. Die ganze Prozedur dauert maximal 20-30 min. Bei Eintreffen der Lieferung wird die Karte wieder zwischen den Artikeln platziert.
Es bietet sich an, die Datei um einen weiteren Punkt zu ergänzen: Artikelnr. des Herstellers. So fällt ein Wechsel des Dentaldepots leichter, da man dem Dentaldepot die Herstellernr. geben kann. Die können verständlicherweise mit der Artikelnr. des Lieferanten nichts anfangen.

Da die Bestellung bei uns alle 2 Wochen durchgeführt wird, muss der Mindestvorrat so eingestellt werden, dass er mindestens 2 Wochen + Lieferzeit reicht. Stellt man beim Einräumen der gelieferten Ware fest, dass das Fach im Schrank bereits gänzlich leer ist,  sollte man den Mindestvorrat erhöhen. Dies kann sehr einfach handschriftlich auf der Karte erfolgen und dann einmal im Jahr eine Aktualisierung aller korrigierten Karten mit Ausdruck der neuen Etiketten erfolgen.

Die abgebildete Karte ist auch ein gutes Beispiel, dass man das System ständig verbessern kann. Die Angabe “Mindestvorrat 1” ist missverständlich. Nicht jeder Mitarbeiter versteht sofort, dass 1 = 5 Blisterpackungen bedeutet. Also haben wir die Karte jetzt korrigiert:

Mindestvorrat 5 Blister

Bestellmenge 1 Packung a 5 Blister

Der Etikettendrucker, den wir benutzen:

http://www.amazon.de/Dymo-S0838770-LabelWriter-450/dp/B002ZHDV3O/ref=sr_1_8?ie=UTF8&qid=1421854230&sr=8-8&keywords=dymo+labelwriter

Die Etiketten, die wir verwenden:

http://www.amazon.de/Gro%C3%9Fe-Adress-Etiketten-99012-LabelWriter-450-Serie/dp/B00PAUOLVO/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1421854330&sr=8-2&keywords=Typ+99012%2C+36+x+89+mm

Als Karten kann man sehr gut Laminiertaschen verwenden, die man ohne Inhalt durch ein Laminiergerät laufen lassen kann:

http://www.amazon.de/Leitz-Folientasche-Card-Micron-100St/dp/B000TK5W86/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1421854509&sr=8-1&keywords=laminiertaschen+scheckkarten

Sehr gut bewertetes Laminiergerät und laminieren kann man in einer Zahnarztpraxis ja grundsätzlich vieles:

http://www.amazon.de/GBC-5000L-A3-Laminierger%C3%A4t-interaktivem/product-reviews/B00AHW46S8/ref=dpx_acr_txt?showViewpoints=1

Es gibt mittlerweile digitale Bestellsysteme, die in meinen Augen leider noch alle Nachteile

besitzen. Wenn Ihr ein solches System nutzt, würde ich mich über einen Kommentar mit Euren Erfahrungen sehr freuen.

Ich habe Rücken – was kann man als Zahnarzt oder ZFA gegen Rückenschmerzen tun?

Als Zahnarzt sitzt man häufig 8 Stunden am Tag komisch gekrümmt über seinen Patienten und abends merkt man ein Zwicken und Zwacken im Rücken.

Es gibt viele Möglichkeiten den eigenen Rücken zu schonen. Neben ergonomischer Lagerung und Hilfsmitteln wie Mikroskop oder Lupenbrillen ist ein gutes Training der Rückenmuskulatur äußerst wichtig.

Ich möchte in Zukunft in einigen Blogs immer wieder mal auf das Thema Gesundheit, Sport und gesunde Ernährung eingehen, denn eine lange Gesundheit ist der Schlüssel zu einem entspannten Berufsleben und natürlich auch darüber hinaus.

Ich habe für meinen Rücken einige Hilfsmittel im Haus, die gerade bei „unentspannter“ Muskulatur helfen. Oft spürt man regelrechte Knubbel in der Muskulatur. Diese kann man gezielt selbst massieren. Die einfachste Methode ist ein Selbstmassage mit einem BackBuddy

 

Diesen kann man sehr gut ansetzen und man erreicht fast alle Stellen der Nacken- und Rückenmuskulatur ohne Probleme.

Besonders toll sind auch alle Produkte der Firma Blackroll. Die Produkte sind mittlerweile sogar in guten Fitnessstudios zu finden. Es handelt sich dabei hauptsächlich um kleine Rollen aus Schaumstoff verschiedener Härte. Damit kann man verschiedene Muskeln über die Rolle bewegen. Nicht wundern! Am Anfang schmerzt es massiv. Oft gibt es kleine Stellen, die extrem schmerzen. Nicht aufgeben. Gerade diese Stellen immer wieder bearbeiten. Es wird besser und es lässt nach einiger Zeit gänzlich nach.

http://www.amazon.de/Blackroll-Original-Selbstmassagerolle-inkl-Übungsanleitung/dp/B003BP5AGA/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1430770862&sr=8-1&keywords=blackroll

Für die Muskulatur neben der Wirbelsäule bieten sich die TwinBalls an.

http://www.amazon.de/Blackroll-Orange-Original-Selbstmassagerolle-TwinBALL-orange-Set/dp/B00H0CHYSW/ref=pd_sim_sg_4?ie=UTF8&refRID=13DVA1F08TS3MTTGBW74

Man kann diese entweder auf dem Boden liegend anwenden. Dies ist anfänglich sehr schmerzhaft. Man kann die Bälle aber auch sehr gut an der Wand stehende anwenden. Natürlich kann man auch einfach einen Tennisball nutzen, aber häufig sind diese viel zu weich.

http://www.amazon.de/66Fit-BP-066-66-66fit-Akupressur-Triggerpunkt-Massagebälle/dp/B00DY2MFGI/ref=sr_1_1?s=sports&ie=UTF8&qid=1430771703&sr=1-1&keywords=lacrosse+ball

Man kann auch Massagebälle mit verschiedenen Härten nutzen.

Alle beschriebenen Methoden sind fantastisch, benötigen aber gerade am Anfang Durchhaltevermögen und man muss die Zähne zusammenbeißen.

Es gibt immer wieder eine wissenschaftliche Diskussion darüber, ob die Rollen und Bälle wirklich verklebte Faszien lösen. Völlig uninteressant. Es hilft und ist sehr angenehm. Dentalaffen rollen sich fleißig die Muskulatur.

 

 

Disclaimer:

Dieser Blogartikel spiegelt meine persönliche Meinung wider und kann keine ärztliche, steuerrechtliche oder juristische Beratung ersetzen. Es kann sein, dass es in den Artikeln Fehler gibt, also prüfen Sie bitte jeden geschäftlichen oder persönlichen Schritt bevor Sie meinen Empfehlungen folgen.
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PatientenPraxisWert

Die BWLer sprechen gern vom CustomerLifetimeValue. Der CLV soll alle Umsätze beinhalten, die ein Kunde in seinem gesamten Leben für ein bestimmtes Produkt bei jeglicher Firma ausgibt (möglicher CLV) bzw. bei einer bestimmten Firma ausgibt (tatsächlicher CLV).

Als Praxisinhaber interessiert uns in erster Linie der tatsächliche CLV. Ich möchte also wissen, wie viel Geld verliert die Praxis, wenn ein Patient die Praxis verlässt.
Des Weiteren möchte ich wissen, ob wir in der Lage sind den tatsächlichen CLV positiv zu beeinflussen.

Da viele Firmen noch nicht die gesamte Lebenszeit ihrer Kunden überblicken können, weil die Firma erst ein paar Jahre alt ist, gehört zu der Berechnung des CLV auch eine gewisse Prognose.

Die vereinfachte Methoden zum Berechnen des CustomerLifetimeValue nutzen folgende Werte:

  • Anzahl der Kunden
  • Gesamtumsatz
  • Durchschnittliche Dauer der Geschäftsbeziehung zu einem Kunden

Man kann aber auch viel mehr Faktoren in die Berechnung einfließen lassen:

  • Zins und Zinseszins über die Jahre
  • Kundenspezifische Daten (Alter, Geschlecht, etc.)

Man merkt schon, dass es hier ziemlich kompliziert wird. Man fragt sich wie man das in der Zahnarztpraxis ausrechnen soll.

Die Hauptkritik an der Berechnung des CustomerLifetimeValues ist die Unsicherheit der Vorhersage über die Dauer der Kundenbeziehung. Je länger die Praxis besteht auf desto mehr Historie kann man zurückgreifen und die Berechnung wird besser.

Für die erste Phase ist es einfach nur einmal interessant, dass man sich vor Augen hält, dass jeder Kunde eine CustomerLifetimeValue besitzt, und dass man dieses verliert, wenn man den Patienten verliert. Angenommen es handelt sich um einen Patienten, der ein Implantat benötigt, dann verliert man nicht nur 2.500 €, sondern verliert auch sehr viel Geld in den nächsten Jahren im Bereich der Prophylaxe, das dieser Patient ausgegeben hätte, um einen weiteren Zahnverlust zu vermeiden.

Wenn man sich aber verschiedene Industrien ansieht, dann finden die Ausgabe des Kunden in sehr unterschiedlichen Intervallen statt. Angenommen Du bist der Inhaber eines Restaurants, dann weißt Du, dass es verschiedene Kundengruppen gibt.

  • Gruppe 1: Der Gast kommt einmalig, aber nie wieder.
  • Gruppe 2: Der Gast kommt gelegentlich, aber sehr unregelmäßig.
  • Gruppe 3: Der Gast kommt in einem kurzen und sehr regelmäßigen Intervall.

Jeder Neukunde hat also das Potenzial langfristig und regelmäßig Umsatz ins Restaurant zu bringen. Eine gute Beziehung zu dem Kunden ist auch nach dem Bezahlen der allerersten Rechnung wichtig.

Nimmt man dagegen die Baubranche, so wissen die Baugesellschaften, dass ein Kunde in seinem Leben selten mehrere Häuser oder Eigentumswohnungen kauft. Nach Vertragsunterzeichnung sinkt der Service oft rapide ab. Das hört man zumindest von vielen Eigenheimkäufern. Interessant ist an dieser Stelle auch, dass große Baugesellschaften häufig zwei verschiedene Abteilungen unterhalten: den Vertrieb und die Ausführung. Was also der Verkäufer noch so alles verspricht, wird in der Ausführungsabteilung nicht mehr interessieren, wenn der Vertrag unterschrieben wurde und es nicht im Vertrag schriftlich festgehalten wurde. Ein sogenannter After-Sales-Service wird also sehr mau ausfallen, weil es in dieser Branche kaum Stammkunden gibt.

Zu welcher Art von Unternehmen gehört also die Zahnarztpraxis?

Der Hauptumsatz in Zahnarztpraxen wird mit invasiven zahnärztlichen Behandlungen verdient.

Prophylaxe kann für eine Praxis ein Mittel sein, um die Patienten langfristig gesund zu erhalten und eine langfristige Arzt-Patienten-Bindung zu erzeugen, damit die Patienten auch in der Zukunft ihren Zahnarzt in der Praxis machen lassen und die Praxis weiterempfehlen.

Der Praxisbesitzer muss also zweigleisig fahren. Auf der einen Seite muss das bestehende Klientel in der Praxis gehalten werden und auf der anderen Seite müssen die ganze Zeit neue Patienten in die Praxis geführt werden. Eine Konzentration auf ein Gleis kann sehr gefährlich sein.

In Zukunft werden wir noch intensiver auf dieses Thema und die Relevanz in der Praxisführung eingehen. Also abonnieren schlaue Dentalaffen den Newsletter.

Podcast-Folge 1 – Dirk Kuepper und der Mac in der Zahnarztpraxis

Die erste Folge des Dentalaffen-Podcasts behandelt das Thema Apple bzw. Mac in der Zahnarztpraxis.
Zu Gast war Dirk Kuepper, IT-Spezialist aus Düsseldorf.
Mehr Informationen zu Dirk Kuepper findet man unter www.dirkkuepper.de

Dirk Kuepper freut sich über Kontakt zu Zahnarztpraxis, die das Praxisnetzwerk mit Apple aufbauen möchten.

Viel Spaß beim Hören.

Werbung in der Zeitung – Oldschool oder Dauerbrenner?

Viele Zahnärzte werben gerne im Internet und langsam stirbt Zeitungswerbung aus. Gute Werbung in der Zeitung funktioniert aber auch heute noch immer gut.

Wenn man sich die Pro-Contra-Liste in Bezug auf Werbung in einer Zeitung ansieht, dann stellt man fest, dass das man mit Zeitungswerbung gut eine ältere Zielgruppe erreichen kann, aber die Werbung ist auf den ersten Blick recht teuer.

Im Folgenden kommen einige Tipps, die Dir dabei hilft deine Zeitungswerbung effizienter zu gestalten und insgesamt günstiger dabei wegzukommen.

Einige Fakten, die Sie über Zeitungswerbung wissen sollten.

Viele Städte haben einen Lokalzeitung, die man zahlen muss, aber auch ein Gratismagazin – gerne auch Käseblättchen genannt. Wir haben in unserer Praxis festgestellt, dass die Gratismagazin besser funktionieren, weil die Verbreitung sehr hoch ist. Immer weniger Menschen abonnieren ein Tageszeitung, weil man immer mehr News aus dem Internet erhält, aber die Gratismagazine werden gratis in viele Haushalte verteilt.

Ich habe irgendwo mal gelesen, dass eine Anzeige als Erfolg gewertet werden kann, wenn 5-7 Kontakte durch die Anzeige zustande kommen. Nun kann sich jeder ausrechenen, was eine Anzeige kosten darf, wenn sie dazu führt, dass 5 neue Patienten in die Praxis kommen. Interessant wäre an dieser Stelle, den Erfolg der Anzeige messbar zu machen.

Es ist abgefahren, wie groß die Preisunterschiede bei verschiedenen Zeitungen in verschiedenen Regionen sein können. Während eine halbseitige Anzeige in einer Kölner Tageszeitung schnell mal 3.000 bis 4.000 € kosten kann, bekommt man die gleiche Anzeigengröße einer ländlicheren Region manchmal schon für ca. 800 € – also bei ähnlicher Auflagenzahl, ist der Preis deutlich geringer und die Responserate ist deutlich höher. Je ländlicher die Praxis liegt, desto eher ist Printwerbung sinnvoll.

 

Einige Tipps, die Du bei Deiner nächsten Anzeige direkt umsetzen kannst:

  1. Die Anzeige nicht zu klein.
    Wenn die Anzeige zu klein ist, dann wird Sie gerne übersehen.
  2. Rechts ist besser als links
    Platziert man die Anzeige auf einer Seite mit ungerader Seitenzahl, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Leser dort besser wahrnimmt.
  3. Rückseite ist besser als innerhalb der Zeitung
    Viele Leser schauen sich als erstes die letzte Seite einer Zeitung oder die Rückseite eines Magazins an. Dort ist eine Anzeige mit am Auffälligsten. Die Zeitungsmacher sprechen hier gerne von der U4.
  4. Regelmäßigkeit
    Eine gewisse Regelmäßigkeit führt zu einer erhöhten Wirkung und senkt die Kosten pro Anzeige.
    Zum einen gibt die Zeitung höhere Rabatt und zum zweiten schlagen die Kosten für die Anzeigenerstellung nur einmalig zu Buche.

Bei Zeitungen, die einen großen Verbreitungsraum haben, gibt es die Möglichkeit innerhalb einer Gesamtausgabe kleiner Verbreitungsräume zu buchen oder zu kombinieren. Man kann sich somit für die seine Praxis den idealen Verbreitungsraum aussuchen und muss nicht in der ganzen Stadt inserieren.

Viele Zeitungen bieten deutliche Rabatte an, wenn man mehrere Anzeigen auf einmal gebucht werden. Häufig ist es nicht notwendig für den Erhalt des Rabatts, dass jede Anzeige gleich groß ist. Das bedeutet, dass man eine große Anzeige schalten kann und dann mehrere winzige, die kaum auffallen und trotzdem bekommt man für die große Anzeige einen Rabatt erhält, der die Kosten der kleinen Anzeigen übersteigt. An dieser Stelle heißt es also gründlich nachrechnen. Man könnte also einmal monatlich eine fette Anzeige schalten und die anderen Wochen schaltet man nur die winzige Anzeige. So fallen die Hauptkosten nur einmal pro Monat an, aber man erhält trotzdem den Mengenrabatt.

Besonders großen Erfolg haben Anzeigen, die dem Leser nicht direkt als Werbung auffallen. Zu diesem Zweck bieten Zeitungen sogenannte PR-Anzeigen an. Oft sind diese von Artikeln nur schwer zu unterscheiden. Nur die Schriftart und die Mini-Überschrift „Anzeige“ zeigen an, dass es sich nicht um einen Artikel handelt.

Gerade diese Anzeigen haben eine lange Halbwertszeit. Die Leser schneiden den „Artikel“ aus und er wandert an den Kühlschrank. Ich habe schon Patienten in der Praxis gesehen, die einen 2 Jahre alten Artikel mitbrachten.

Dentalaffen-Tipp:
Überdenk nochmal Dein hippes Onlinemarketing und wirf nochmal einen Blick auf die traditionelle Printwerbung.

Warum jeder Praxisinhaber wissen sollte, was Afa ist

Ich bin jetzt seit 8 Jahren selbstständig und die Abkürzung AfA habe ich nie richtig verstanden. Nun habe ich mich mal hinter diesen „Begriff“ geklemmt und jetzt ist mir einiges klarer. Wenn man sich selbstständig macht, erhält man jeden Monat ein betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA). In dieser BWA wird die Abkürzung AfA immer wieder auftreten.

Die Abkürzung steht für Absetzung für Abnutzungen. Kauft man als Praxisinhaber z.B. ein Gerät, so steht dem Gerät anfänglich ein Kaufpreis als Wert des Gerätes gegenüber. Wenn ich also 30.000 € meines Geldes gegen eine 30.000 € teures Cerec-Schleifeinheit „tausche“, dann hat sich das Vermögen der Praxis praktisch nicht geändert.

Da aber alle Geräte, die man sich anschaffte einer Abnutzung unterliegen, erfährt das Gerät eine Wertminderung. Das ehemals 30.000 € teure Cerec ist nach 3 Jahren vielleicht nur noch 5.000 € wert, weil Sirona die neue Omnicam herausgebracht hat und Dein Gerät jetzt veraltet ist. Des Weiteren haben alle Teile durch die Nutzung gelitten.

Somit war die Anschaffung selbst keine Vermögensminderung, aber die Abnutzung führt über die Jahre zu einer Minderung des Vermögens.

Man kann also jedes Jahr einen Teil der Anschaffungskosten absetzten.

Die AfA wird durch zwei Faktoren beeinflusst:

  1. Anschaffungswert
  2. voraussichtliche Nutzungsdauer

Nun gibt es die Möglichkeit der linearen Abschreibung. Der Anschaffungswert wird durch die Jahre der voraussichtlichen Nutzungsdauer geteilt, somit wird jedes Jahr derselbe Betrag abgeschrieben.

Die Nutzungsdauer ist gesetzlich festgeschrieben.

Unter folgendem Link findet man die aktuelle AfA-Liste für den Bereich für den Wirtschaftszweig „Gesundheitswesen“:

http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Weitere_Steuerthemen/Betriebspruefung/AfA-Tabellen/1995-01-13-afa-23.pdf?__blob=publicationFile&v=1

Nach Ablauf der Nutzungsdauer ist der rechnerische Restwert 0 €, wird aber in der Buchführung dann 1 € Erinnerungswert in den Büchern geführt.

Es wäre vermessen, wenn ich als Zahnarzt behaupten würde, dass ich Dir alle Aspekte der AfA perfekt dargelegt habe. Es also auf jeden Fall sinnvoll, das Thema AfA mit Deinem Steuerberater zu besprechen.

Der Artikel nimmt für sich nicht in Anspruch, dass es sich hierbei um eine steuerrechtlich perfekte Erklärung handelt, vielmehr soll ein minimales Verständnis des Grundgedanken hinter AfA geweckt werden, dass es dem Zahnarzt leichter macht seinen Steuerberater und seine BWA zu verstehen.