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Warum jeder Praxisinhaber wissen sollte, was Afa ist

Ich bin jetzt seit 8 Jahren selbstständig und die Abkürzung AfA habe ich nie richtig verstanden. Nun habe ich mich mal hinter diesen „Begriff“ geklemmt und jetzt ist mir einiges klarer. Wenn man sich selbstständig macht, erhält man jeden Monat ein betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA). In dieser BWA wird die Abkürzung AfA immer wieder auftreten.

Die Abkürzung steht für Absetzung für Abnutzungen. Kauft man als Praxisinhaber z.B. ein Gerät, so steht dem Gerät anfänglich ein Kaufpreis als Wert des Gerätes gegenüber. Wenn ich also 30.000 € meines Geldes gegen eine 30.000 € teures Cerec-Schleifeinheit „tausche“, dann hat sich das Vermögen der Praxis praktisch nicht geändert.

Da aber alle Geräte, die man sich anschaffte einer Abnutzung unterliegen, erfährt das Gerät eine Wertminderung. Das ehemals 30.000 € teure Cerec ist nach 3 Jahren vielleicht nur noch 5.000 € wert, weil Sirona die neue Omnicam herausgebracht hat und Dein Gerät jetzt veraltet ist. Des Weiteren haben alle Teile durch die Nutzung gelitten.

Somit war die Anschaffung selbst keine Vermögensminderung, aber die Abnutzung führt über die Jahre zu einer Minderung des Vermögens.

Man kann also jedes Jahr einen Teil der Anschaffungskosten absetzten.

Die AfA wird durch zwei Faktoren beeinflusst:

  1. Anschaffungswert
  2. voraussichtliche Nutzungsdauer

Nun gibt es die Möglichkeit der linearen Abschreibung. Der Anschaffungswert wird durch die Jahre der voraussichtlichen Nutzungsdauer geteilt, somit wird jedes Jahr derselbe Betrag abgeschrieben.

Die Nutzungsdauer ist gesetzlich festgeschrieben.

Unter folgendem Link findet man die aktuelle AfA-Liste für den Bereich für den Wirtschaftszweig „Gesundheitswesen“:

http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Weitere_Steuerthemen/Betriebspruefung/AfA-Tabellen/1995-01-13-afa-23.pdf?__blob=publicationFile&v=1

Nach Ablauf der Nutzungsdauer ist der rechnerische Restwert 0 €, wird aber in der Buchführung dann 1 € Erinnerungswert in den Büchern geführt.

Es wäre vermessen, wenn ich als Zahnarzt behaupten würde, dass ich Dir alle Aspekte der AfA perfekt dargelegt habe. Es also auf jeden Fall sinnvoll, das Thema AfA mit Deinem Steuerberater zu besprechen.

Der Artikel nimmt für sich nicht in Anspruch, dass es sich hierbei um eine steuerrechtlich perfekte Erklärung handelt, vielmehr soll ein minimales Verständnis des Grundgedanken hinter AfA geweckt werden, dass es dem Zahnarzt leichter macht seinen Steuerberater und seine BWA zu verstehen.

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