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GOZ 2012 ist auch analog

Ich habe das Gefühl, dass die Analogie zur Zeit der GOZ 88 sehr gut etabliert war und auch von den PKV weitestgehend gut erstattet wurde.

Seitdem die GOZ 2012 in Kraft getreten ist, sind Analogpositionen erstmal fast gänzlich von der Bildfläche der zahnärztlichen Abrechnung verschwunden und werden nun verstärkt von einigen „Mutigen“ wieder eingeführt.

Seit dem 19.Februar 2015 gibt es allerdings eine Veröffentlichung der Bundeszahnärztekammer zum Thema „selbstständiger zahnärztlicher gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnender Leistungen“:

http://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/goz/nov/katalog_analoge_leistungen.pdf

Diesen Katalog von Leistungen kann man als eine Empfehlung der Bundeszahnärztekammer ansehen. Auch wenn die Bundeszahnärztekammer „nur“ ein Verein ist, so sind in ihm doch alle Landeszahnärztekammern vertreten und diese sind Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Welche Leistungen sollte jede Praxis einführen

Natürlich ist es am Ende jedem Zahnarzt überlassen, ob und in welchem Umfang Analogpositionen verwendet werden. Die unten aufgeführte Liste ist eine Empfehlung meinerseits und beinhaltet Leistungen, die in jeder Praxis regelmäßig erbracht werden.

Professionelle Zahnreinigung an Verbindungselementen (Geschiebe, Stege usw.)

Das ist in meinen Augen eine sehr sinnvolle Leistung. Gerade Patienten, die in der Vergangenheit schon mehrere Zähne verloren haben, sind ja prädestiniert für einen weiteren Zahn- oder Implantatverlust. Diesen gilt es um jeden Preis zu verhindern und da ist eine umfangreiche Reinigung der Verbindungselemente sicherlich dienlich, um die gesamte Mundflora positiv zu beeinflussen. Dies ist wahrscheinlich eine Leistung, die in der Regel gratis erbracht wird.

Entfernen alten, definitiven Wurzelfüllmaterials

In der GOZ ist die Aufbereitung der Wurzelkanäle ja beschrieben. Diese Aufbereitung ist natürlich bei einem noch nicht gefüllten Zahn deutlich einfacher als bei einem Zahn, dessen Wurzelkanäle bereits mit Guttapercha oder Silberstiften verschlossen wurden. Jeder, der regelmäßig Revisionen durchführt, weiß, dass die Entfernung alter Guttapercha eine zeitintensive Arbeit ist, und dass das exzessive Verbiegen von Feilen häufig dazugehört. Also ist es sinnvoll diese zähe und zeitraubende Arbeit auch in Rechnung zu stellen.

Präendodontischer Aufbau zur sterilen Offenhaltung der Kanaleingänge

Gerade die Kollegen, die eine endodontische Behandlung unter Kofferdam durchführen, benötigen sehr häufig einen präendodontischen Aufbau. Dieser macht die Applikation von Kofferdam meistens erst möglich. Während der Behandlung kann durch den Aufbau die Spüllösung besser im Wurzelkanal und Pulpenkavum stehen bleiben. Also nur Vorteile, die dann auch honoriert werden sollten.
Positiver Nebeneffekt ist, dass der Patient mit der Zunge wieder einen recht kompletten Zahn spürt – Sicherlich ein angenehmeres Gefühl als ein Klumpen Cavit.

Reposition eines dislozierten Zahnfragments mittels Adhäsivtechnik

Es kommt zwar Gott sei Dank selten vor, dass mal ein Patient mit abgeschlagenem Zahn in der Praxis steht und das Fragment auch noch dabei hat und dieses dann auch noch perfekt passt. Es ist allerding eine schöne Behandlungsmöglichkeit, die dem Patienten eine nahezu perfekte Ästhetik gewährleistet. Ich kann mir vorstellen, dass hier häufig ein Eckenaufbau abgerechnet wird, dies ist aber de facto falsch und wäre wahrscheinlich unzulässig.

Wiederbefestigung einer alio loco angefertigten provisorischen Krone/Inlay

Es gibt ja mit der Position GOZ 2310 eine schöne Leistung zum Wiedereinsetzen von Kronen etc. Im Kommentar der BZÄK heißt es dazu: „Unter dieser Nummer wird das Wiedereingliedern einer indirekt hergestellten endgültigen Rekonstruktion am Einzelzahn berechnet.“ Also darf die Wiederbefestigung einer provisorischen Krone nicht unter dieser Gebührenposition abgerechnet werden.

Mock Up (intraorale Übertragung, zahnärztliche Leistung)

Ein Mock Up ist eine tolle „Erfindung“. Es ermöglicht bereits vor der Behandlung eine Austestung der geplanten Zahnstellung. Natürlich dient dies auch ästhetischen Belangen, aber man kann noch viel mehr sehen. Man kann gewisse Aspekte der Funktion (Protrusion und Laterotrusion) kontrollieren, aber auch Phonetik kann bereits vor der Präparation getestet werden. Des Weiteren ermöglicht ein Mock Up bei der späteren Präparation eine zielgerichtete Präparation mit Schonung der Zahnsubstanz in Abschnitten, in denen der Zahn mehr aufgebaut werden soll. Somit ist also eine Schonung der Pulpa möglich. Dies kann dem Patienten und der PKV evtl. später eine endodontische Behandlung ersparen.

Schauen Sie die Liste mal durch und überlegen Sie welche dieser Leistungen Sie vielleicht jetzt schon regelmäßig in Ihrer Praxis erbringen und vielleicht gar nicht berechnen.

Auch der PKV-Verband hat sich die Mühe gemacht und einige Leistungen kommentiert. Manche Leistungen wurden bereits in einer Veröffentlichung des PKV-Verbandes als analog berechenbar bestätigt:

https://www.pkv.de/w/files/goz-kommentierungfaq/haeufige-fragen-zur-goz.pdf

Also viel Spaß beim Anlegen neuer Analogpositionen, Ihr Dentalaffen.

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