Kaufmännisches, Praxismanagement
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Bist Du eine Bank???

Ich war schon in vielen Zahnarztpraxen, aber noch keine Praxis wollte auch als Bank fungieren. Und trotzdem „verleihen“ viele Zahnarztpraxen Geld und die Außenstände sind extrem hoch.

 

Stellen Sie sich vor, dass Sie einen Privatpatienten beraten und schlussendlich auch mit einem Implant versorgen. Die Behandlung hat einen Wert von ca. 1.500 € und der Patient verlässt nach der Nahtentfernung die Praxis und der nächste Termin wird erst in 3 Monaten zur Freilegung sein.

Nach 3 Wochen versendet Deine Mitarbeiterin die Rechnung an den Patienten. Dieser hat ein Zahlungsziel von 4 Wochen, vergisst aber zu zahlen und erhält erst nach weiteren 2 Wochen eine Erinnerung mit einem erneute Zahlungsziel von 4 Wochen. Dann ruf er kurz vor Ende der 4 Wochen-Frist an und berichtet, dass die Versicherung noch nicht erstattet hat, weil er leider vergessen hat die Rechnung direkt einzureichen. Also wird das Zahlungsziel kulanterweise erneut verschoben. Nach 4 Monaten ist die Rechnung beglichen. Klingt das bekannt?

Deine Praxis wurde gegründet, um die Gesundheit der Menschen zu verbessern und zu erhalten, nicht um Menschen zinsfrei Geld für einige Monate zu leihen.

Das ist auch der Grund warum viele Praxen heute mit Factoring-Unternehmen arbeiten. Diese Unternehmen helfen den Patienten auch dabei zahnärztliche Leistungen zu erhalten, wenn sie die Rechnung nicht komplett auf einmal zahlen können. Finanzierungen sind bei Factoring-Unternehmen für den Patienten für 6 bis 12 Monate in der Regel kostenfrei.

Wenn Du Dich gegen die Zusammenarbeit mit einem Factoring-Unternehmen entschieden hast, musst Du Deine Außenstände gut im Auge behalten. Die Gesamtsumme, die in der Praxissoft als „offene Rechnungen“ (oder so ähnlich) filterbar ist, sollte regelmäßig kontrolliert werden und darf in Abhängigkeit von der Größe einer Praxis eine definierte Summe nicht überschreiten.

Kontrolliere Deine „offenen Rechnung“!

Weißt Du, wie hoch Deine „offenen Rechnungen“ sind, die älter als 3 Monate sind?

Wie kann man als Zahnarzt die Summe der „offenen Rechnungen“ verringern?

  1. Wenn Du einen Kostenvoranschlag schreibst, dann schätze die Behandlungskosten und Laborkosten lieber zu hoch. So bekommt der Patient bei der Rechnung keinen Schock. Es ist doch viel schöner, wenn die Kosten niedriger sind als erwartet. Außerdem kann der Patient sich für den Fall, dass die Summe sehr hoch ist besser auf die Bezahlung einstellen. Eventuell können Finanzierungen bereits vor der Behandlung abgeklärt werden und die Bezahlung nach der Behandlung wird nicht verzögert.
  2. Biete dem Patienten Skonto an, wenn er bei Abschluss der Behandlung direkt in der Praxis zahlt. Wer Factoring-Gebühren zahlen würde, könnte die Skonto-Prozente an der Factoring-Gebühr orientieren.
  3. EC-Kartenterminal
    Biete Deinen Patienten einfach an am Ende einer kleinen Behandlung – zum Beispiel: Füllung oder Zahnreinigung – direkt per EC zu bezahlen. Das spart Porto und Arbeitsaufwand für Erinnerungen etc., aber auch für den Patient ist es eine Erleichterung. Kurz mit EC zu zahlen ist doch viel angenehmer als eine Rechnung per Überweisung zu begleichen.
  4. Schreibe Rechnungen regelmäßig – Ich selbst bin kein Freund davon, dass der Patient die Rechnung schon einen Tag nach der Behandlung in der Post hat, aber wenn die Rechnung 7 Tage nach Behandlung ins Haus flattert, kann man Dir sicherlich keinen Vorwurf machen. In fast jeder Branche ist Zahlung im Voraus oder direkt nach Erhalt einer Dienstleistung üblich. Immerhin musst Du ja auch das Fremdlabor, das Material und Deine Mitarbeiter auch direkt bezahlen. Und die Patienten möchten die Rechnung auch aus dem Kopf haben.
  5. Lass einen Mitarbeiter den Patienten persönlich kontaktieren, wenn trotz Erinnerung eine Zahlung ausbleibt. Vielleicht gibt es ein bürokratisches oder postalisches Problem, das man schnell beseitigen kann.

 

Dentalaffen-Tipp:
Kenne Deine Zahlen. Mit einfachen Änderungen können die Außenstände drastisch reduziert werden.

 

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